Heizölpreise werden täglich an den Weltbörsen gehandelt

Wer die eigenen vier Wände mit Heizöl heizt, wird vermutlich die mehr oder minder großen Schwankungen der Heizölpreise kennen. Oftmals versucht man sich daran, diese logisch nachzuvollziehen und zu verstehen, auf welchen Faktoren diese Veränderungen basieren. Grundsätzlich muss man sich hier vergegenwärtigen, dass Heizöl, ebenso wie wichtige Rohstoffe für die Industrie oder Lebensmittel, an Börsen mittels Terminkontrakten gehandelt werden. In den Heizölpreisen sind demnach immer auch Annahmen über die Zukunft eingespeist, die im hier und jetzt vermutlich gar keinen Effekt haben, für die Teilnehmer der Börse jedoch Relevanz besitzen.

Das wichtigste Kriterium für Besitzer von Heizöltanks ist deshalb der Zeitpunkt des Kaufs, denn etwa zwei Drittel des zu zahlenden Heizölpreises werden durch die Preise an den Weltbörsen abgedeckt, ein Viertel werden durch Steuern und Abgaben gedeckt. Der Heizölhändler hat im Wesentlichen einen viel kleineren Einfluss auf die Heizölpreise, da dieser unterschiedliche Margen für die Logistik einfordert, die im Hintergrund notwendig ist. Dies zeigt auch, weshalb es sich lohnt die Bewegungen am Markt für Heizölpreise nachzuvollziehen, da diese den Löwenanteil ausmachen und das Einsparpotential deshalb deutlich höher liegt.

Welche Faktoren bestimmen die Heizölpreise?

  1. Heizöl wird gewöhnlich in US-Dollar (USD) gehandelt, was bedeutet, dass Sie als Endverbraucher in Deutschland zunächst das Wechselkursrisiko tragen. Es kann davon ausgegangen werden, dass die für Deutschland relevanten Verbraucherpreise mit etwa einem Tag Verzögerung kalkuliert werden.
  2. Wie bei anderen Kraftstoffsorten auch, ist Heizöl in verschiedenen Varianten erhältlich. Wer Heizölpreise vergleichen möchte, muss deshalb eine Differenzierung vornehmen. Grundsätzlich ist sogenanntes Standard-Heizöl die kostengünstigste Variante, sie kommt ohne Additiv aus und ist für alle Ölheizungen geeignet. Der Schwefelgehalt liegt in Deutschland bei max. 50 ppm (mg/kg).

Super-Heizöl ist ebenso für alle Ölheizungen geeignet, basiert aber auf der Zugabe von Additiven und zeichnet sich dadurch durch verbesserte Brenneigenschaften aus. Zudem sind diese Heizölsorten oftmals besser zu lagern.

Einen wachsenden Markt gibt es für Bio-Heizöl, hier sind bis zu zehn Prozent Anteil Pflanzenöle aus ökologischem Anbau enthalten.

„EL“ am Ende jeder Bezeichnung steht für „extra leicht“.

  1. Steuern und Abgaben machen einen Anteil von etwa ¼ der Heizölpreise aus. Diesel und Heizöl sind ursprünglich dasselbe Produkt, die erstgenannte Variante hingegen ist deutlich teurer am Markt erhältlich. Das hat steuerliche Gründe, in der Praxis kommen daher chemische Marker zum Einsatz, die zur Rotfärbung des Heizöls beitragen und in diesem in minimaler Konzentration über lange Zeit nachweisbar sind.

Hinzu kommt die staatliche Mehrwertsteuer von derzeit 19 Prozent.

  1. Nicht unwichtig ist zudem der Standort, denn je nach Wettbewerbssituation gibt es zunächst ein anderes Angebot-Nachfrage-Schema, zudem können logistische Gründe dazu führen, dass in bestimmten Regionen ein Aufschlag auf die Heizölpreise vorgenommen wird.
  2. Nicht zuletzt sorgen politische Spannungen an den Ölmärkten für eine höhere Volatilität. Damit ist die Schwankungsanfälligkeit gemeint, man könnte eine hohe Volatilität auch mit einer Nervosität des Marktes gleichsetzen. Immer dann, wenn die OPEC-Staaten Entschlüsse fassen oder Produktionsverkürzungen vereinbart werden, ist mit steigenden Heizölpreisen zu rechnen. Wächst hingegen das Angebot, vergrößern sich die Lagerbestände wesentliche Produktionsländer oder gibt es eindeutige saisonal abgeschwächte Nachfragesituationen, spricht dies für sinkende Heizölpreise

Fazit

Da sich die Heizölpreise zu einem hohen Anteil auf Basis des Rohölpreises zusammensetzen, ist hier auch das größte Einsparpotential gegeben. Regionale Unterschiede aufgrund der Marktsituationen und der Lieferfähigkeit sind möglich, aber als gering einzuschätzen. Wer die Heizölpreise nicht situativ, sondern schematisch oder methodisch für eine Kaufgelegenheit analysiert, sollte die „politische Großwetterlage“ im Gedächtnis behalten und die wichtigsten Kennzahlen regelmäßig bewerten.

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